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Ein Rückblick: Das Projekt EU-LIFE Insektenfördernde Regionen

Nach fünf Jahren Laufzeit geht das LIFE-Projekt nun zuende. Heruasgekommen sind nicht nur wertvolle Strukturen & Netzwerke, sondern auch jede Menge wichtige Erkenntnisse.

Do 20. November 2025 von Gastautor*in Hypes&Hoffnungen
Einige Akteuere des Projekts beim Grünlandtag. (Foto: Viola Taubmann)
Einige Akteuere des Projekts beim Grünlandtag. (Foto: Viola Taubmann)

Ende Juni fand das EU-LIFE Projekt „Insektenfördernde Regionen“ seinen Abschluss. Das Projektteam der Mellifera-Initiative Netzwerk Blühende Landschaft hat dabei die Regionen Allgäu und Vinschgau betreut und blickt nun nicht nur zurück, sondern auch nach vorn. Wir präsentieren hier einige der Ergebnisse, die das Projekt hervorgebracht und in einem Leitfaden verschriftlicht hat.

„Mit den Insektenfördernden Regionen haben wir einen ganzheitlichen Landschaftsansatz verfolgt. Während die Landwirtschaft im Vordergrund stand, haben wir auch mit Gemeinden, der Privatwirtschaft und Bildungsträgern zusammengearbeitet, um zu zeigen, wie biodiversitätsfördernde Maßnahmen vor Ort funktionieren können“, erinnert sich Viola Taubmann, die das Projekt begleitete.

Was waren die Ziele?

Mehr ökologisches Potenzial – Schaffung von neuen Lebensräumen für Insekten:

  • Mehr ökologische Qualität: Verbesserung der Qualität bestehender Lebensräume
  • Mehr Innovation: Testen und Verbreiten bislang wenig verbreitete Maßnahmen

Erhöhung der Flächenwirkung insektenfördernder Maßnahmen:

  • Erhöhung des Flächenanteils von insektenfördernden Maßnahmen in der Landwirtschaft
  • Erhöhung des Flächenanteils von insektenfördernden Maßnahmen bei weiteren Flächennutzungen (Forst, kommunal, gewerblich, privat)

Schaffung regionaler Allianzen für Insektenförderung:

  • Entwicklung einer breiten gesellschaftlichen Basis für mehr Biodiversität
  • Gewinnung möglichst vieler Landnutzungsakteure für dauerhafte Insektenförderung
  • Maximierung der Flächenwirkung durch regional abgestimmte insektenfördernde Maßnahmen

Biodiversitätsförderung marktorientiert in Wert setzen:

  • Umsetzung von Vermarktungskonzepten für insektenfördernde Produkte; Sensibilisierung der Verbraucher*innen durch attraktive Kommunikation seitens der Lebensmittelbranche

Erkenntnisse aus dem Projekt

Mit dem Projektabschluss ist keineswegs Schluss – im Gegenteil: Vieles, was wir gemeinsam angestoßen haben, bleibt in den Regionen sichtbar, spürbar und wirksam.

Dauerhafte Strukturen für mehr Biodiversität

Auf unseren Demonstrationsbetrieben haben wir gemeinsam mit engagierten Landwirt*innen eine Vielzahl insektenfördernder Maßnahmen umgesetzt. Danke an unsere Partnerbetriebe für ihre Offenheit, ihr Engagement und die tolle Zusammenarbeit.

Die Maßnahmen reichen von der Pflanzung artenreicher Hecken und Streuobstbäumen bis hin zur Anlage von Blühflächen und der Extensivierung von Wiesen. Viele dieser Strukturen sind dauerhaft angelegt – sie wachsen weiter, blühen Jahr für Jahr und bieten langfristig wertvollen Lebensraum für Insekten und viele andere Tierarten.

Netzwerke, die tragen

Ein zentraler Erfolgsfaktor unseres Projektes war der Aufbau tragfähiger Netzwerke. Menschen aus unterschiedlichen Bereichen sind zusammengekommen, um gemeinsam etwas für die biologische Vielfalt zu bewegen. Neben dem Netzwerk der Demonstrationsbetriebe konnten wir Kontakte zu Unternehmen, Stiftungen, Verbänden, Kommunen und engagierten Einzelpersonen knüpfen und vertiefen. Diese Verbindungen bestehen fort – und sie sind ein starkes Fundament für weitere Aktivitäten in den Regionen.

Wissen, das bleibt

Ein weiteres zentrales Ziel war es, Wissen rund um Biodiversität und Insektenförderung in die Regionen zu tragen – verständlich, praxisnah und motivierend. Wir freuen uns, dass das Thema inzwischen in vielen Köpfen verankert ist. Schulen, Vereine, kommunale Akteure und natürlich die Landwirtschaft selbst haben durch Veranstaltungen, Materialien und persönliche Gespräche neue Impulse erhalten. Das Verständnis für ökologische Zusammenhänge ist gewachsen – und mit ihm der Wunsch, weiterhin aktiv zu werden.

Nachhaltigkeit, die weiterwirkt

Ein besonders schöner Erfolg ist, dass Inhalte und Ansätze unseres Projekts Eingang in andere Nachhaltigkeits- und Biodiversitätsstrategien gefunden haben – sei es auf regionaler, kommunaler oder betrieblicher Ebene. Unsere Arbeit wirkt also über das Projekt hinaus.

Unser Fazit: Die Regionen haben gewonnen

Was bleibt, ist nicht nur eine Vielzahl konkreter Maßnahmen, sondern auch ein gestärktes Miteinander, neues Wissen und eine breite Basis, auf der sich weiter aufbauen lässt. Wir sagen Danke an alle, die diesen Weg mit uns gegangen sind – und freuen uns auf das, was daraus noch entstehen wird.

Interesse an weiterführenden Informationen und Hintergrundwissen zu dem EU-Life Projekt Insektenfördernde Regionen? Schaue gern auf der Projektwebsite vorbei.
Den Bericht „Mehr als Blühstreifen“ findest du hier zum Download.

Insgesamt leistet(e) das Projekt einen relevanten Beitrag zur Umsetzung der Nationalen Biodiversitätsstrategie (NBS) und greift alle Aspekte auf, die darin als Treiber für den Verlust der Biologischen Vielfalt im Zusammenhang mit der landwirtschaftlichen Nutzung genannt werden. Das trifft auch für die Naturschutz-Offensive des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz zu, die die NBS seit 2015 ergänzt.

Insbesondere trägt das Projekt zur Förderung der Insekten auf landwirtschaftlich genutzten Flächen bei und verfolgt dabei einen Landschaftsansatz, der als effektiver angesehen wird als die Ansätze, die sich auf einzelne Betriebe und Lieferketten beschränken.

Landwirtschaft als Hebel für ganzheitliche regionale Nachhaltigkeit

Trotz des Projektendes bleiben wir weiter aktiv in den Regionen. Besonders im Allgäu arbeiten wir weiter mit Landwirt*innen zusammen. Im Rahmen des neu entwickelten R.E.G.E.N.-Funds befähigen wir gemeinsam mit der elobau Stiftung und Regionalwert Leistungen Landwirt*innen dazu, zahlreiche Gemeinwohlleistungen zu erbringen. Dabei berücksichtigen wir neben der Biodiversität auch soziale und regionalökonomische Aspekte und verfolgen damit einen ganzheitlichen Ansatz. Es braucht marktorientierte Konzepte, wie dieses, um die Biodiversitätsleistungen der Landwirt*innen entlang der Lieferkette besser als bisher in Wert zu setzen. Wenn Landwirte einen ökologischen Mehrwert schaffen, muss sich das auch in einem ökonomischen Mehrwert widerspiegeln. Mit dem R.E.G.E.N.-Fund wollen wir dies ermöglichen und nebenbei auch noch Austausch und Verständnis zwischen biodiversitätsfördernder Landwirtschaft und der Gesellschaft fördern.

Viola Taubmann, Netzwerk Blühende Landschaft


Biene sitzend auf Blüte
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