Gärten der Generationen: Ein Kind und eine Seniorin erzählen
Die erste Saison der Gärten der Generation neigt sich langsam dem Ende. Einen Einblick in das neue Mellifera-Projekt geben zwei Menschen, die es hautnah miterlebt haben.
Do 20. November 2025 von Gastautor*in BieneMenschNatur.49, Kinder&JugendlicheDrei volle Gießkannen hat er heute schon geleert. Stolz steht der kleine Gärtner neben der bepflanzten Mauer, in der gerade kleine und große Hände noch fleißig in der Erde graben. Beim Pflanztag des Projekts Gärten der Generationen treffen sich Kinder und Senior*innen im Garten des Hauses Morgenstern in Stuttgart, um zu graben, zu pflanzen und zu gießen. Dabei wird so manche Entdeckung gemacht: Ein Mädchen hat gerade eine Schnecke gefunden und zeigt sie aufgeregt herum. Ein anderes Mädchen findet einen Stock, der genau die richtige Größe hat, um einen lästigen Stein aus einer verstopften Gießkanne zu entfernen.
„Ich gehe jetzt weiter gießen“, sagt der kleine Gärtner. Vorher nimmt er einen Brocken Erde in die Hand und befühlt ihn aufmerksam mit den Fingern. Die Erde fühlt sich für ihn „trocken und warm“ an. Nur dort, wo sie schwarz ist, „ist sie matschig“ – da wurde wohl schon gegossen. Beim Pflanzen zeigt er stolz auf die Mauer: „Mit allen zusammen bepflanzen wir die und klettern hoch.“ Und worüber freuen sich die Bienen wohl im nächsten Jahr, wenn sie hier vorbeifliegen? – „Über die ganzen Blüten. Da holen die nämlich Nektar raus.“
Etwas abseits beobachtet eine Seniorin das rege Treiben. „Es wurde gegraben, gepflanzt und viel gequietscht“, sagt sie lächelnd. „Die Kinder sind sehr lebhaft. Ich mag es, wenn sie lachen und so eifrig sind.“ Die naturverbundene Rentnerin freut sich über die Gelegenheit mit den Kindern draußen zu sein. Sie erinnert die Aktion an ihre Kindheit: „Meine Mutter hatte früher auch einen schönen Garten. Sie hat aus dem Gartenobst immer Marmelade gemacht. Kartoffeln haben wir dort auch geerntet.“ Als sie den neuen Himbeerstrauch sieht, fügt sie hinzu: „Vielleicht kann man daraus bald ja auch Marmelade machen.“
Im Hintergrund klappern die letzten Gießkannen und Schaufeln. Kinderhände patschen in matschige Erde, auf den Gesichtern liegt Zufriedenheit und allmählich wird es stiller im Garten. „Was soll ich mir wünschen?“, meint die Seniorin am Ende. „Die schönsten Sachen haben wir ja schon bei uns. Ich wünsche mir für die Kinder, dass sie hier frei sein können, selbst etwas tun dürfen und kreativ sein können.“
Was heute gepflanzt wurde, wird morgen blühen: für die Kinder, für die Senior*innen und für die Bienen, die sie verbinden.
Der Pflanztag ist Teil des Projekts Gärten der Generationen, das Jung und Alt in den Gärten verbindet und gemeinsames Lernen ermöglicht. Ziel ist es, generationenübergreifende Begegnungen zu fördern und Lebensräume zu schaffen, in denen Mensch und Natur gleichermaßen wachsen dürfen. Es werden insgesamt 12 Standorte in Baden-Württemberg betreut.
Auch wenn das Projekt einen guten Start hatte, brauchen wir weiterhin deine Unterstützung, um es fortzusetzen. Jetzt für die Gärten der Generationen spenden.
Nadia Freihube, Bienen machen Schule