Das Bienenjahr an der Fischermühle
So langsam ist Paul Lukhaub angekommen in der Lehr- und Versuchsimkerei Fischermühle. So verlief seine erste Saison.
Do 20. November 2025 von Paul Lukhaub BieneMenschNatur.49, Wesensgemäße Bienenhaltung
Die vergangene Saison an der Fischermühle war für mich sehr intensiv und arbeitsreich. Das hatte unterschiedliche Gründe, vor allem aber den, dass ich sozusagen gemeinsam mit dem Frühling vollends an der Fischermühle angekommen bin. Bei der Übergabe und der Einfindung half mir Andreas Halder, der in der ersten Jahreshälfte in regelmäßigen Abständen für ein paar Tage an die Fischermühle kam.
Kaum zurechtgefunden mit all den verschiedenen Bienenständen, Beutenformen und teils nicht ganz alltäglichen, neuen und unbekannten Gerätschaften startete auch die Schwarmsaison voll durch. Nebenher wollte dann auch noch reichlich Material vorbereitet, Termine wahrgenommen und Führungen gegeben werden. Kurz: An vielen Tagen war zu Tagesende noch reichlich Arbeit übrig, beziehungsweise wollten die Feierabendglocken einfach nicht läuten. Dankenswerterweise hatte ich mit Simon Marquart, dem FÖJler der vergangenen Saison, einen hochmotivierten und engagierten Mitstreiter, der mir an manchem Tage den Feierabend entgegentrug.
Im Frühjahr waren die Bienen fleißig, sowohl beim Honigsammeln als auch beim Vermehren. So konnte ich den Umbau bzw. die Erweiterung der Imkerei mit Zander 1,5 sehr entspannt beginnen, nachdem die neuen Kästen eingetroffen waren. Wir betreuen an unserem Schaubienenstand Lagd natürlich nach wie vor eine Vielfalt an Systemen für Lehr- und Demonstrationszwecke. Einige Außenstände werden wir auch zukünftig mit Einraumbeuten besetzt halten, das Groß werden jedoch Zander 1,5 Beuten darstellen.
Nachdem die Frühjahrstracht zum Ende kam, legte sich auch der Schwarmtrieb. Die Trachtpause war jedoch nicht von großer Dauer, dann kam der Wald. Immer wieder gab es wellenweise reichlich Eintrag, sodass die ganzen Jungvölker sich in erster Linie wunderbar selbst versorgten, die stärksten verlangten sogar nach Honigräumen.
Die Waldtracht erstreckte sich über einen langen Zeitraum, sodass wir erst im August zum Ernten und Behandeln kamen. Leider zeigte sich der September von seiner regnerischen Seite, sodass die Auffütterung sich etwas herausfordernder gestaltete. Da war ich froh, dass die Völker auf Grund der späten Tracht einiges an Honig in ihren Bruträumen gelagert hatten. Dadurch musste ich bei manchen Völkern gar nicht, und nirgends mehr als 10 kg füttern. Bei der Ermittlung der Futterstände konnte unser neuer FÖJler Gabriel Klaiber seine ersten Bekanntschaften mit unseren Schützlingen machen, sodass er sich über den bevorstehenden Winter in Vorfreude üben kann.
Wohl versorgt und vorbereitet schicken wir dieses Jahr rund 100 Völker in den Winter, von denen ich hoffentlich alle in die Saison 2026 begleiten darf. Ich kann das Frühjahr kaum erwarten, ist es doch der erste Winter hier an einem mir bisher unvertrauten Ort. Zuerst schicke ich mich jedoch in den Urlaub.